Gymnasium Verl - Exkursion der Q2 zur Wewelsburg
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Gymnasium Verl

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Die Stufe Q2 unseres Gymnasiums unternahm im September 2017 zum Thema „Rechtsextremismus“ eine Exkursion zur „Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945“. Nach der Führung durch die Dauerausstellung „SS und KZ“ wurde in Workshops rechtsextremistische Symbolik in z. B. alltäglichen Musikclips, Mode-Marken, etc., identifiziert und besprochen. Arbeitsgruppen analysierten selbstständig verschiedene Materialien und präsentierten ihre Ergebnisse im Plenum. Beim Rundgang durch den Ort besuchten die Teilnehmer/-innen abschließend das frühere KZ-Gelände und das Mahnmal. 

Zwei Q2-Schülerinnen haben Erfahrungsberichte über den Ausflug zur Wewelsburg geschrieben.

 

 

Erfahrungsbericht über den Ausflug zur Wewelsburg am 19. September 2017 von Alina Schroeder 


Wir fuhren am Dienstag, den 19.9.2017, nach der zweiten Schulstunde mit drei Leistungskursen unserer Stufe zur nah gelegenen Wewelsburg im Kreis Paderborn.

Dieser Ausflug diente der Aufklärung über den Nationalsozialismus und sollte den Umgang mit diesem wichtigen Thema schulen. 
Unser Ausflug startete mit einer Führung durch das angrenzende Kreismuseum, geleitet von Herrn Ellermann. Die Dauerausstellung des Museums informierte über den Wandel und den Nutzen der Wewelsburg durch die Nationalsozialisten mit Texten, Bildern und zeitgenössischen Exponaten. Einzelne Exponate, wie Kleidung von Arbeitern und Offizieren oder Notizbücher von Heinrich Himmler, waren sehr beeindruckend und raubten dem Ein oder Anderen sogar den Atem. Originale Türen der alten Baracken des ehemaligen Konzentrationslagers der Burg, ließen die Erfahrungen im Museum noch realer erscheinen, man fühlte den schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit deutlich näher als sonst. 
Nach dem Museumsrundgang machten wir eine kleine Mittagspause und besuchten dann mit Herrn Ellermann die historischen Gebäude der Dreiecksburg. 
Wir sahen beeindruckende Räume, wie einen nie genutzten Sitzungssaal der Nationalsozialisten, welcher mit einer, aus grünem Mamor auf dem Boden gefertigten, „Schwarzen Sonne“ ausgestattet war oder die sogenannte „Gruft“ in welcher wir physikalische Gesetze über Schall und Klang erkunden konnten. In diesem Raum konnte man an einer bestimmten Stelle nichts außer der eigenen Stimme hören. Eine besondere Erfahrung, welche die Angst und Unterdrückung, welche in der Vergangenheit durch die Nationalsozialisten ausgelöst wurde, darstellen und verdeutlichen. 
Nach dieser besonderen Erkundung haben wir in Workshops gearbeitet und Kurzvorträge über unser jeweiliges Thema erarbeitet. Themen wie Musik, Mode und Stereotypen wurden behandelt und geprüft auf ihre Aktualität und auf ihren Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus.
Nach der gemeinsamen Vorstellungsrunde machten wir einen abschließenden Spaziergang durch das Gelände der Wewelsburg, das angrenzende Dorf und dem ehemaligen Arbeitslager. Herr Ellermann zeigte uns Denkmäler, erklärte wie das Gelände rund um die Wewelsburg vor ungefähr 80 Jahren noch aussah und zeigte uns Teile des damaligen Arbeitslagers. 
Danach war unser Tag in der Wewelsburg und wir fuhren zurück zur Schule, mit gemischten Gefühlen und bedeutenden Eindrücken. Es war für alle ein informativer Tag über ein Stück der Geschichte „vor Ort“.

 

 

 

Sonja Klinke, Q2

 

Am 19. September 2017 fuhren mehrere Kurse der Q2 des Gymnasium Verls zur Wewelsburg in Büren. Dort sahen wir uns die Burg, das dazugehörige Museum und die Umgebung an, um mehr über die Zeit das Nationalsozialismus und die Geschichte der Burg und des Dorfes zu erfahren. Anschließend bekamen wir die Chance in Workshops noch einmal selbst mit Beispielen aus der heutigen Zeit zu arbeiten, um uns der Aktualität und Wichtigkeit dieses Themas bewusst zu werden.

 

Unsere Gruppe wurde vom Historiker Norbert Ellermann begleitet, der uns zuerst durch das Museum führte. Er begann an einer Art Zeitleiste und gab uns damit einen historischen Kontext über die Verhältnisse, Unterdrückung und Ideologie im Dritten Reich. Dabei lag der Focus vor allem auf den Verbrechen der SS. Nach diesen allgemeineren Informationen, berichtete er von der Vergangenheit des Ortes. Vor Kriegsbeginn war in der Wewelsburg eine Schulungsstätte für die SS, nach Kriegsbeginn plante Himmler daraus einen Versammlungsort für die SS-Gruppenführer, vor allem für besonderen Anlässen, zu machen. Dafür waren nicht nur bauliche Veränderungen an der Burg geplant sondern, auch eine Umstrukturierung des Dorfes. Von 1941 bis 1943 befand sich in Wewelsburg ein Konzentrationslager der Nationalsozialisten.

Auf Grund der begrenzten Zeit konnten wir leider nicht die gesamte Ausstellung in Ruhe besichtigen, doch Herr Ellermann konnte uns die gefährliche Faszination des Nationalsozialismus und vor allem der SS, die Umstände im Konzentrationslager und die Geschichten von Zeitzeugen auch zusammengefasst sehr gut näher bringen.

Nach der Führung im Museum durften wir den Nordturm der Burg besichtigen. Dort befanden sich der „Obergruppenführersaal“ und die „Gruft“. Der Saal hatte mehrere Säulen und ein Gewölbe. Auf dem Boden befand sich ein Marmormosaik. Dieses Mosaik zeigte das Symbol der sogenannten „schwarzen Sonne“, obwohl der Marmor eher grünlich war. Herr Ellermann erklärte uns, dass dieses Zeichen als Erkennungszeichen unter Rechtsextremisten verwendet werde, aber auch für andere Lehren wie z.B. die Esoterik eine wichtige Bedeutung habe, weswegen vermieden werden müsse dass dieser Ort zu einer Kultstätte werde. Er lief demonstrativ mit seinen Schuhen über den Marmor und legte ein paar Sitzkissen aus dem Raum darauf, denn jede Form von Verehrung müsse vermieden werden.

Zur Gruft führte eine enge Treppe aus dem Saal hinab. Dort angekommen sammelten wir uns alle an einer Wand des Gewölbes. In dieser dunklen, bedrückenden aber auch imposanten Atmosphäre stelle Herr Ellermann sich uns gegenüber, auf die andere Seite des Raumes und erzählte weiter. Trotz der großen Entfernung konnte man ihn genau verstehen, das lag an der Bauweise des Gewölbes. An den Wänden hingen sich Gemälde gegenüber, stand man an einem auf der einen Seite, konnte man die Person die an seinem Gegenstück stand klar verstehen. Das durften wir dann auch selbst ausprobieren. Eine weitere bauliche Besonderheit bot der Raum mit seinem Zentrum. Nacheinander stellten wir uns einmal in die Mitte und sprachen mit Herrn Ellermann, der etwas außerhalb stand. Sobald man die eigene Stimme erhob, hörte man sich selbst wie durch einen Lautsprecher und die anderen nur noch sehr gedämpft. Ein sehr beeindruckendes akustisches Phänomen, das alle begeisterte und natürlich nicht aus Zufall entstand. Die Gruft wurde mit Absicht so errichtet, denn auch Akustik ist ein Weg zur Inszenierung und Machtdemonstration, wie gesteigerte Lautstärke im Verlauf einer Rede oder einem allumfassenden Applaus von Massen.

 

Auf die Besichtigungen folgten dann die Workshops zu verschiedenen Themen in Kleingruppen. Unsere Gruppe beschäftigte sich dabei mit rechtsradikalen Elementen in Musik, in unserem Beispiel ein Lied über die NSU Morde, also einem aktuellen Thema. Andere Gruppen beschäftigten sich mit rechtsradikalen Symbolen und Erkennungszeichen, mit der Bedeutung der „schwarzen Sonne“ für verschiedene Lehren, der Hausordnung der Burg, die gesondert auf das Vermeiden der Entstehung einer Kultstätte abgestimmt ist und dem gewandelten Stereotypen eines Neonazis. Jede Gruppe stellte seine Ergebnisse am Ende dem ganzen Plenum vor und zusammen konnten wir über diesen gegenwärtigen Themen diskutieren. Denn die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und der Ideologie des Nationalsozialismus ist auch für uns heute noch wichtig.

 

Beendet wurde der Tag mit einem Gang durch das Dorf, welches mal ein Konzentrationslager beinhaltete. Auch heute noch waren die Lagerstraße, ein paar Baracken, alte Häuser und Grenzen zu erkennen. Herr Ellermann zeigte uns außerdem noch ein Denkmal, das durch eine Initiative neu errichtet wurde und zum Gedenken an die Menschen im Lager aufrief. Dieser letzte Rundgang ermöglichte die Klärung letzter Fragen an Herrn Ellermann, der sich sichtlich gut in seinem Thema auskannte und uns mit viel Engagement durch den Tag geleitet hatte.

Der Tag hat uns weiter gebildet und wir haben wichtige Erfahrungen gemacht, es ist und bleibt unumgänglich sich mit diesem Thema zu beschäftigen und ich denke jeder von uns hat etwas aus diesem Tag für sich mitgenommen. Der Wewelsburg Besuch war ein guter Anlass und auch eine gute Methode um mit dem Nationalsozialismus, vor allem auch in unserem Umkreis, in Berührung zu kommen.