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Gymnasium Verl

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“Ein Besuch der niemals in Vergessenheit gerät”, “Dunkel, Dunkler, am Dunkelsten, Auschwitz” oder “Wie konnten Menschen anderen Menschen so etwas antun?”. Dies sind Reaktionen von Schülern unseres Gymnasiums, nach dem Besuch in Südpolen im Oktober 2017.

Am 17. Oktober starteten wir unsere Fahrt nach Krakow, mit 24 Schülern/innen, zwei Lehrern, Margret Lütkebohle und Olga Hirsch vom Drostehaus Verl.

Als wir nach knapp 13 Stunden Fahrt immernoch gut gelaunt, in Krakow ankamen, sind wir mit unseren Betreuern durch die Stadt von unserem Hostel bis in das Zentrum Krakow gegangen, dem alten Marktplatz. Nachdem wir den Nachmittag freigestaltend an der Weichsel, einem der größten Flüsse Polens, verbracht haben, sind wir abends zur “Wawel” gegangen, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige in Krakau und genossen dort einen fabelhaften Blick auf die 5. größte Stadt Polens.

Am nächsten Tag, begann unsere Gruppe sich näher  mit dem Thema Juden im zweiten Weltkrieg zu beschäftigen. Eine deutsche Stadtführerin führte uns in das Judenviertel Kasimierz, bis zu einem jüdischen Friedhof und einer kleinen Synagoge, die umgeben ist von vielen jüdisch geprägten Restaurants. Nach dem Mittagessen in einem dieser kleinen Restaurants, machten wir uns auf den Weg über die Weichsel bis hin zur Schindlerfabrik und dem ehemaligen Gettos Krakow.

Nach einem entspannenden letztem Abend in Krakow, fuhren wir am nächsten morgen mit dem Bus weiter nach Auschwitz. Nach der Ankunft in dem Jugendhaus für internationale Begegnung und Dialog, besichtigten wir die kleine Stadt namens Oswiecim und bekamen eine Führung über die jüdische Geschichte durch ein Museum und eine Synagoge dort vor Ort. Anschließend fuhren wir weiter in das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau, um dort vor der geplanten Führung erste Eindrücke zu bekommen. Dazu konnten wir in dreier Gruppen selbst durch das Vernichtungslager laufen, in dem vor über 75 Jahren mehr als 1 Millionen Menschen getötet wurden.

Den Abend klangen wir mit Gesprächen, Nacharbeit und Spielen aus. Wir haben alle über das, was wir gesehen haben gesprochen um auch ein Stück weit besser zu verarbeiten, was gesehen und erlebt wurde.

Am nächsten Morgen haben wir, bevor wir in das Stammlager Auschwitz gingen, ein Rollenspiel gespielt, welches von jedem anders wahrgenommen wurde. Jeder bekam eine Rolle zugeteilt, wie z.B. “du bist ein Flüchtling aus Pakistan in Deutschland”. Es wurden Fragen gestellt, die verschiedene Bedürfnisse des Menschen zeigen sollten. Man sollte einen Schritt vor gehen, wenn das Bedürfnis erfüllt wurde. Am Ende dieses Experiments wurde uns bewusst, dass jeder Mensch individuell ist und von anderen trotzdem respektiert werden muss, trotz unterschiedlicher Lebensverhältnisse.

Als wir nun das Stammlager Auschwitz betraten, merkte man wie die Stimmung aller ruhiger wurde und alle zeigten ihren Respekt gegenüber den Ortschafften, den Opfern, denen gedenkt wird und auch den Angehörigen, denen auch starkes seelisches Leid zugefügt wurde. Wir betraten die Baracken und man merkte, wie jeder sich unwohl fühlte und gar nicht so Recht verstand, wie so ein Grauen hier passieren konnte. Wir gingen vorbei an alter Häftlingskleidung, Protesen, die den Gefangenen entrissen wurden, Brillen, Schuhen und allen weiteren Besitztümern der ehemaligen Häftlinge.

Im weiteren Verlauf des Tages, besuchten wir nochmal das Vernichtungslager Birkenau. Wir gingen durch die alten Baracken, Sanitäranlagen und die Ruinen der Krematorien, in denen die Häftlinge hineingebracht wurden und vergast und verbrannt wurden.

Den Restabend verbrachten wir wieder mit einiger Nacharbeit und Spielen. Jeder von uns hat einen Textbeitrag geschrieben, um das, was wir erlebt haben, zu verschriftlichen und zu verarbeiten. Ein Schüler schreibt: “ Wer Auschwitz vergisst, der tötet die Menschen ein zweites mal mit Verdrängung, die dort brutal schon einmal gestorben sind.”       

Der letzte Morgen begann mit bedrückender Stimmung. Jeder wusste, dass das was wir gesehen haben, immer ein Teil von uns bleibt, wenn auch unterbewusst. Zum Abschied, fuhren wir in der früh nochmal nach Birkenau und gingen durch das komplette Vernichtungslager, bis hin zu den Gedenksteinen, wo wir nochmal Stille einhilten und zur Ruhe kamen. Wir haben gemeinsam ein Gebet auf den Grabstein gelegt und einen Stein zum Gedenken dazu, da Steine im Judentum für Unendlichkeit stehen.

 Ausschwitz war ein Erlebnis, was für jeden unterschiedlich in Erinnerung bleibt. Das was wir erlebt haben, bleibt in unseren Köpfen und wird weitergegeben, da Auschwitz und der Holocaust nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Jeder nimmt diese Fahrt mit und jeder wird davon berichtet haben, obwohl es vielleicht Manche nicht interessiert. So sollte das Leid und die Schmerzen der Menschen nie in Vergessenheit geraten.

 

 von Karoline Klasbrummel