Erfahrungsbericht JGW-Schülerakademie 2021

Erfahrungsbericht JGW-Schülerakademie 2021 

Im vergangenen Sommer hatte ich die Chance vom 1.8. bis zum 7.8.2021 an der JGW-Schülerakademie teilzunehmen, dort den Kurs „Irre erfolgreich? – Digitale Innovation in der Psychologie zwischen Aufbruch und Stillstand“ zu besuchen und motivierte Schüler*innen sowohl aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland kennenzulernen.  

Die JGW-Schülerakademie ist ein außerschulisches Programm zur Förderung besonders motivierter Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe. Ziel der Akademie ist es, die Schüler*innen in das wissenschaftliche Arbeiten der jeweiligen Fachdisziplin einzuführen und sie unter Anleitung an anspruchsvollen Themen aus den ersten Studienjahren arbeiten zu lassen.  

Insgesamt gab es innerhalb dieser Akademie fünf verschiedene Kurse. In jedem Kurs betreuten zwei Kursleiter*innen circa zehn Teilnehmer*innen. Zudem gab es zwei Akademieleiter. Das Besondere an dieser Akademie war, dass sie aufgrund der aktuellen Covid-19 Pandemie das erste Mal digital stattfinden musste.  

Eine solche Akademie läuft sehr strukturiert ab. Der Tag startete für mich mit einem freiwilligem Yoga-Kurs unter der Leitung eines Akademieleiters von 7:00-7:30 Uhr. Anschließend fand das Frühstück bis 8:30 Uhr statt. Nachfolgend trafen sich alle Kursleiter*innen und Teilnehmer*innen sowie die Akademieleiter zum Plenum. Dabei werden die Tagespläne und Aktivitäten wie Challenges für die Häuser und weitere Angebote besprochen. Darauffolgend war die erste Kursschiene von 9:00-12:00 Uhr. Anschließend haben alle 1h15min Mittagspause. Es folgten die KüA’s. Das sind kursübergreifende Aktivitäten, die von allen angeboten werden können. In meiner Akademie wurden unter anderem KüA’s zum Thema Fitness, Mathe, Fotografie, Tanzen und diverse Sprachen, sowie Vorträge über Genetik, Strafrecht, Ernährung und Programmierung, aber auch Diskussionen über den ethisch korrekten Einsatz autonomer Systeme oder Literatur angeboten. Anschließend fand eine weitere Kursschiene von 16:00-18:00 Uhr statt. Nach dem Abendessen gab es immer verschiedene Angebote wie KüA’s oder Spieleabende. Jede/r Akademieteilnehmer/in gehörte einem Haus an. Diese Häuser waren nochmal in Familien unterteilt. Ich gehörte dem Haus Wasser und der Familie Walhai an. Für diese Häuser gab es jeden Tag Challenges, bei denen man Punkte sammeln konnte.  

Vor dem Kurs lernten wir uns alle digital kennen. Im Rahmen der sechstägigen Kursarbeit erarbeiteten wir in diesem Kurs die Grundlagen der Psychotherapie, wie zum Beispiel den psychotherapeutischen Prozess und die Patientenreise, sowie Grundlagen der Digitalisierung im Gesundheitswesen. In Kleingruppen wurden nachfolgenden einzelne konkrete digitale Gesundheitsanwendungen durchleuchtet und insbesondere die wissenschaftliche Evidenz kritisch begutachtet. Meine Gruppe befasste sich mit einem Paper zum Thema: „Reduziert digitale Psychotherapie psychische Probleme?“. Dies stellte außerdem die Vorbereitung für die Rotation dar.  

Die Rotation fand am Ende der Akademie statt. Hierbei präsentierte man Kursteilnehmer*innen aus anderen Kursen seine eigenen Arbeitsergebnisse, um diesen einen Einblick in die eigene Kursarbeit zu gewähren. Außerdem wohnten der Präsentation noch zwei der Kurs- bzw. Akademieleiter*innen bei, um den Präsentierenden nachher ein ausführliches Feedback zu geben. Das hat mir besonders gefallen, da man wirklich eine ausführliche Rückmeldung und nicht die typische Schulresonanz erhalten hat.  

Ein weiteres Highlight für mich war der Exkursionsnachmittag. In zwei verschiedenen Schienen konnte man zwei verschiedene digitale Ausflüge machen. In der ersten Schiene wurden verschiedene Escape-Rooms, eine Führung durch das Very Large Telescope in Chile mit einer deutschen Doktorandin vor Ort oder eine Tour durch die KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen angeboten. In der zweiten Schiene konnte man an einem Kunstseminar, einer Führung durch eine Psychiatrie und anschließendem Interview mit einer betroffenen Patientin teilnehmen oder Einblicke hinter die Kulissen vom GeoMar Institut in Kiel bekommen.  

In der ersten Schiene habe ich mich für die Führung durch das Very Large Telescope in Chile und in der zweiten Schiene für den Einblick in eine Psychiatrie entschieden. Beide Exkursionen haben mir sehr gut gefallen, da die Führer*innen sich wirklich sehr viel Zeit für die Fragen von uns genommen haben. Zudem ist es wirklich eine einmalige Gelegenheit gewesen.  

Ein weiteres Highlight war der Studiinfo-Abend. Hier konnten alle Teilnehmer*innen abends zwei verschiedene Gesprächsrunden beiwohnen und den Akademie- und Kursleiter*innen Fragen zu ihrer bisherigen Erfahrung rund um das Thema Studium und ihren Berufen stellen.  

Vielleicht konnte man merken, dass es bei der Akademie um viel mehr als das im Kurs vermittelte Wissen geht. Die gemeinsame Zeit lebt von der Atmosphäre. Trotz der Entfernung entsteht eine super positive und herzliche Stimmung. Alle sind offen einander näher kennenzulernen. Diese Atmosphäre verbindet einander und führt dazu, dass man sich noch bis spät in die Nacht rein unterhält und gemeinsam Spiele spielt. Das haben wir auch nach der Akademie noch beibehalten. Die Zeit verbindet, weil alle sich der Einzigartigkeit der Situation jeden Tag bewusst sind. Die Akademieleitung versucht außerdem mit besonderen Spieleabenden für ausgelassene Stimmung zu sorgen, was ihnen definitiv gelungen ist, denn die Verabschiedung fiel niemandem leicht.  

Die Akademiezeit ist eine einzigartige Zeit. Obwohl die Akademie aufgrund der Pandemie kürzer und digital stattfinden musste, war es eine sehr intensive Zeit. Es war genau passend bemessen um einen an den Rand der Leistungsfähigkeit zu treiben. Ich persönliches nehme nur positives aus der Zeit mit.  

An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei Frau Ostermann für diese einzigartige Gelegenheit bedanken, da sie mit dieser Idee auf mich zukam und alles sehr spontan geregelt hat. Vielen Dank auch an die Kursleiter*innen der Akademie und allen Mitwirkenden für die großartige Arbeit!  

Leonie Winkelmann, Q2