Kommunalpolitik hautnah: Ein besonderes Praktikum bei der Stadt
Wie funktioniert Politik vor Ort – jenseits von Wahlplakaten und Unterrichtsmaterialien? Dieser Frage sind Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Verl im erstmalig durchgeführten kommunalpolitischen Praktikum nachgegangen. Neben dem Besuch des Rates durch die 6. Klassen und dem Jugendplenum ist hier eine weitere Möglichkeit entstanden, demokratische Bildung vor Ort weiterzubringen. (könnten hier evtl. die „alten“ Artikel auf der Schulhomepage verlinkt werden?)
Zum Auftakt im Ratssaal wurde schnell deutlich, dass kommunale Politik kein abstraktes System ist, sondern von konkreten Entscheidungen lebt. Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner erläuterte die Abläufe nachvollziehbar und zeigte an Beispielen, wie Themen auf die politische Agenda kommen und dort verhandelt werden.
Besonders prägend war für viele das Speed-Debating mit Vertreterinnen und Vertretern aller Ratsfraktionen. In kurzen Gesprächsrunden konnten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Fragen einbringen, Positionen vergleichen und politische Perspektiven direkt gegenüberstellen. Schnell entstanden intensive Diskussionen – über Themen wie Stadtentwicklung, politische Verantwortung oder die Rolle von Jugendbeteiligung.
In den weiteren Modulen ging es tiefer hinein in die Praxis: Teilnahme an Fraktionssitzungen, Besuch des Jugendhilfeausschusses, Austausch mit der Verwaltung. Dabei wurde erfahrbar, dass politische Prozesse Zeit brauchen, Kompromisse erfordern und viel vom Engagement der Beteiligten leben. Demokratie als gelebter Prozess wurde dadurch greifbar.
15 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 9 und 10 haben erfolgreich an dem Pilotprojekt teilgenommen. Das Praktikum hat gezeigt, wie wirksam es ist, politische Bildung nicht nur zu vermitteln, sondern erfahrbar zu machen.
An dieser Stelle vielen Dank an die Mitglieder des Rates der Stadt der Verl für die Initiation des Projektes, allen Teilnehmenden der Fraktionen und der Stadtverwaltung sowie Frau Brockgreitens, Herrn Begenat und Herrn Kötter für die Organisation! Wir freuen uns darauf, das Projekt gemeinsam weiterzuführen.
Jennifer Klose und Karl-Heinz Henkemeier (beide SPD), Gert Hein und Elke Sobania (beide Bündnis 90/Die Grünen), Gabriele Nitsch und Susanne Jasper (beide CDU), Frank Hermann Schumacher (FWG) sowie Dr. Ulrich Klotz und Paul Kröning (beide FDP, vorne v. l.) kamen mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Mit im Bild: Bürgermeister Robin Rieksneuwöhner (rechts) und Lehrer Henning Kötter (hinten, 4. v. l.).
