Mara und Christoph in Kanada

Mara und Christoph in Kanada: „Das Leben hier ist nicht so durchgetaktet wie in Deutschland.“

Mara Leitner und Christoph Neiske aus dem Jahrgang EF haben es gewagt: ein paar Monate im Ausland, und dann gleich weit weg in Kanada. Wie dies trotz der aktuellen Corona-Situation möglich war, haben sie bei einem digitalen Treffen erzählt, das bei neun Stunden Zeitverschiebung gut organisiert werden musste.

Bei neun Stunden Zeitverschiebung muss man Kompromisse finden: 23 Uhr bei Mara und Christoph in Kanada, 7 Uhr bei Frau Hochartz in Deutschland. Es gab sehr viel zu erzählen: über anderthalb Stunden dauerte das Gespräch.

Für Mara bestand der Wunsch schon sehr lange, einige Zeit ins Ausland zu gehen. Spannende Erfahrungen im Familien- und Freundeskreis haben das Interesse immer größer werden lassen und auf einer Messe für Auslandsaufenthalte hat sie dann die passende Organisation für sich gefunden: Australien sollte es werden! Doch dann kam Corona und eine spontane Alternative musste her. Aufgrund der geltenden Bestimmungen fiel die Wahl schließlich auf Kanada – für Mara letztendlich nicht nur eine Alternative, sondern eine hervorragende Entscheidung, vor allem aufgrund der Vielfältigkeit des Landes: Berge, Wälder, Strände, Skigebiete – von all dem konnte Mara während ihres Aufenthalts profitieren. Christoph hatte ebenfalls das englischsprachige Ausland, wie Südafrika, ins Auge gefasst – sich schließlich, aufgrund der aktuellen Bedingungen und nach einem Austausch mit Mara, auch für Kanada entschieden.

Nachdem Mara bereits im Januar abgereist war, ging es für Christoph Mitte des zweiten Halbjahres los. Beiden lebten in Kanada in Gastfamilien, in deren Leben sie mehr oder weniger eingebunden waren. Als wichtigste Sozialkontakte stellten sich jedoch schnell die neuen Mitschüler und weitere Internationals – so werden die Austauschschüler aller Länder genannt – heraus. „Mit ihnen zusammen unternimmt man jeden Tag etwas“, so Mara, die vor allem von Ausflügen in Kanadas vielfältige Landschaft oder von Tagen, die man in riesigen Shopping-Gassen, unweit der Schule, verbringt, berichtet.

Angesprochen auf das Schulleben in Kanada bekommen Mara und Christoph leuchtende Augen. Hier seien die Unterschiede zu Deutschland doch enorm, da sind sich beide einig. Die Schulen bieten – je nach Schwerpunkt – verschiedenste Fächer, darunter zahlreiche extracurricular activities, wie Ausflüge und in Deutschland eher unbekannte Sportarten wie Lacrosse und Dodgeball Games, an. Zudem gibt es ein Quartalssystem, in jedem Quartal werden zwei bis drei Fächer gewählt, sodass man pro Schuljahr knapp acht Fächer belegt. Mara erwähnt, dass sie Mathe bereits abgeschlossen und aktuell Spanisch und Kochen belegt. Christoph versucht sich in Commercial Promotion: in diesem Fach erhält man ein Startkapital von 50$, um mithilfe öffentlicher Plattformen, sogenannte Foundraiser, sein eigenes Business aufzubauen. Im weiteren Angebot seien zudem Fächer wie Act of Lifestyle und Fotography. Das Lernsystem sei insgesamt ein anderes, da sind sich Mara und Christoph einig, der Unterricht passiere nebenbei, man könne sich auch mal ausklinken und Musik hören. Der Umgang untereinander wirke viel freundlicher und persönlicher, dies liege vor allem daran, dass man durch den Gebrauch der Anrede you nicht das Gefühl habe, jemanden zu siezen. Dies gelte auch für die Kommunikation im Alltag, so Christoph. Oft werde man in Smalltalks verwickelt, mit dem Busfahrer, an der Supermarktkasse oder einfach auf der Straße. Das sei auch ein Unterschied zum Leben in Deutschland. „Hier in Kanada wirkt alles viel weniger durchgetaktet als in Deutschland. Ich werde mich umgewöhnen müssen, wenn ich zurück bin“, ist Mara sich sicher.

A propos zurück… Anfang Juli ist es schon so weit. „Die Zeit ist einfach gerast und ging viel zu schnell um“, da sind Mara und Christoph sich einig. Und auch darin, dass sie unbedingt zurückkehren möchten – nach dem Abitur, in eine unbeschwerte Zeit.

 

Vielen Dank an Mara und Christoph, die sich so viel Zeit genommen und so spannende und interessante Dinge erzählt haben. Es ist bewundernswert, wie sie diese Zeit im Ausland meistern.

Wenn jemand mehr darüber erfahren möchte, was Mara und Christoph erlebt haben und mit welcher Organisation sie ins Ausland gegangen sind, meldet er/sie sich gern bei Frau Hochartz, die den Kontakt herstellt.

 

Impressionen aus Kanada: