Gemeinsam Geschichte erleben – das UNESCO-Schülercamp 2025 auf der Wewelsburg
Rund 45 Schülerinnen und Schüler von sechs Schulen aus Bielefeld, Hemer, Iserlohn, Verl und Minden nahmen in diesem Jahr am UNESCO-Schülercamp auf der Wewelsburg teil, das Ende Oktober stattfand. Mit viel Neugier, Engagement und Teamgeist begaben sie sich auf eine zweitägige Reise in die Geschichte.
Um kurz vor acht startete die Verler Gruppe am Bahnhof und kam trotz einer kleinen Verspätung des ersten Busses pünktlich an der Wewelsburg an. Nach einer kurzen Begrüßung durch Museumspädagoge Norbert Ellermann, dem Beziehen der Zimmer und dem gemeinsamen Mittagessen begann das Programm: Gestärkt machten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Weg zum ehemaligen Schießstand des KZ Niederhagen. Dort wurde gemeinsam gegraben und geforscht – während einige nach Überresten aus der NS-Zeit suchten, durchsiebten andere die Erde sorgfältig. Diese Teamarbeit förderte nicht nur historische Erkenntnisse, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen. Belohnt wurde die Mühe mit spannenden Funden wie einer Patronenhülse, einem alten Glas und einem Stück zusammengeschmolzenen Metalls.
Am Abend kehrte die Gruppe, erschöpft und zufrieden, in die Jugendherberge zurück. Nach dem Abendessen stand Freizeit auf dem Programm – eine willkommene Gelegenheit, sich auszutauschen, zu spielen und neue Freundschaften zu schließen. Manche nutzten die Zeit sogar bis tief in die Nacht.
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück und dem Auschecken weiter mit einem Informationsfilm über die Geschichte des Konzentrationslagers Niederhagen. Anschließend arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen zu verschiedenen historischen Orten in und um die Wewelsburg – darunter das KZ-Torhaus, der Appellplatz und das Krematorium. Diese Stationen präsentierten sie einander vor Ort. Trotz eines kleinen organisatorischen Umwegs – ein verpasster Zug sorgte für eine zusätzliche Fahrt – kehrten alle am Nachmittag wieder wohlbehalten und voller Eindrücke nach Verl zurück.
Das UNESCO-Schülercamp der Jahrgänge 9, 10 und EF war eine spannende und gleichzeitig unterhaltsame Erfahrung, an die sich viele sicher gern zurückerinnern werden. Es verband Geschichte, Gemeinschaft und Verantwortung auf eine Weise, die noch lange nachwirken dürfte.
Studientage auf der Wewelsburg – das Gymnasium Verl vor Ort
Fahrten zur Wewelsburg, Erinnerungsarbeit und Workshops rund um den Nationalsozialismus sind mittlerweile ein wichtiger Teil am Gymnasium Verl geworden.
Während bereits weitere Fahrten zur Wewelsburg in Planung sind, haben am Ende des vergangenen Schuljahres alle neunten Klassen im Rahmen eines Studientags zur politischen Bildung die Wewelsburg und das Kreismuseum in Büren besucht. Dort setzten sie sich mit der Geschichte der Wewelsburg im Nationalsozialismus auseinander und erhielten Einblicke in die Lebenswege von Opfern der SS-Gewalt sowie in Biografien von SS-Männern. Zudem erkundeten die Schülerinnen und Schüler Spuren und Symbole, die diese im Ort Wewelsburg hinterlassen haben. Besonders eindrucksvoll in Erinnerung geblieben sind zudem der als „Gruft“ bezeichnete Raum unter dem nationalsozialistischen Zeichen der „Schwarzen Sonne“, in dem eine besondere Akustik dafür sorgt, dass die Stimmen des Gegenübers direkt in den eigenen Kopf einziehen, sowie der Besuch in der ehemaligen KZ-Küche mit dem Lebensmittelaufbewahrungsraum. Dort hinterließen die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Botschaften auf Klebezetteln, deren Quintessenz „Nie wieder (ist jetzt)!“ für weitere Besuchende der KZ-Küche sichtbar werden sollte.
Erstaunen und Verwunderung hinterließen zudem das ehemalige Torhaus des Konzentrationslagers, das nun als Wohnhaus dient, sowie der einstige Appellplatz, der sich heutzutage in eine grüne Wiese verwandelt hat.
So enden Besuche auf der Wewelsburg damit, dass die Schülerinnen und Schüler beeindruckt, aber auch nachdenklich, und mit vielen neuen Informationen und wertvollen Erfahrungen bereichert, den Heimweg antreten. Unterstützt wurde diese wichtige Aktivität zudem durch den Förderverein, der die Verpflegung aller Beteiligten finanziell unterstützte.
