Was läuft bei uns digital – die EDG

Was läuft bei uns… digital? − die EDG: English Drama Group

„In der Drama Group hat jeder eine Stimme.“ 

Zu einem Literaturkurs gehört ein Stück, eine Bühne, ein Auftritt, ein Publikum. Die meisten SchülerInnen der English Drama Group (EDG) haben in den letzten Jahren die Aufführungen ihrer Vorgänger besucht, sich mitreißen lassen von der Atmosphäre und bereits entschieden, diesen Kurs in der Q1 zu belegen. Spätestens zu Beginn des Schuljahres hat sich − trotz Präsenzunterrichts − allerdings schon abgezeichnet, dass der Unterricht nicht ohne Einschränkungen stattfinden kann. Jule Kettelhoit-Lohmann berichtet, die erste Phase des Literaturkurses bestehe vor allem daraus, ein Stück auszuwählen, dies an die Bedürfnisse und Rollen des Kurses anzupassen, es auszuarbeiten und umzugestalten. Erste schauspielerische Übungen gehören zwar schon am Anfang dazu, aber richtig intensiv wird es erst, wenn jeder seine Rollenfigur einnimmt, sich in diese hineinversetzt, ein Gefühl dafür entwickelt und richtig schauspielern kann. 

Im Distanzunterricht spielt nun jeder seine Rolle zu Hause vor der Kamera, wo die Interaktion laut Theresa Werneke schon eine größere Herausforderung sei, aber mit zunehmender Übung werden die Übergänge vor dem Bildschirm flüssiger und die Probenphasen länger. Victoria Rodemann sieht die häusliche Atmosphäre aber auch als Chance, um zunächst in gewohnter Umgebung zu spielen, wobei sie betont, dass auch die lockere Atmosphäre im Präsenzunterricht der EDG die schüchternen Persönlichkeiten schnell auftauen lässt. Die Mitglieder der Drama Group loben generell den familiären Zusammenhalt, der auch über die Distanz zu spüren ist. Alicja Sinchenko gefällt vor allem, dass verschiedene Persönlichkeiten an einem großen Ganzen arbeiten und in der Drama Group jeder eine Stimme hat. 

Großes Lob für ihr Engagement über die Entfernung bekommt auch Paula Salas, die die EDG seit zwölf Jahren leitet und nun bereits zum zweiten Mal einen Kurs über die Distanz begleitet. Für sie macht der Distanzunterricht mit der Drama Group trotzdem Spaß, vor allem weil sie nicht die klassische Lehrerrolle einnehme, sondern eher mitarbeite als lenke. Dass sich die entstandene Spielfähigkeit ihrer SchülerInnen wohl nicht in klassischer Form auf eine Bühne bringen lasse, sei traurig, aber es werde bereits über, womöglich digitale, Alternativen nachgedacht. Ihre Routiniertheit im Umgang mit dem Distanzlerntool beweisen die Mitglieder der EDG während einer längeren Probephase. Requisiten aus dem elterlichen Fundus, Kamerawechsel, Gestik, Mimik und starke Emotionen sowie fließende Interaktionen zeigen die Kreativität und den ambitionierten Willen, eine Aufführung − egal welcher Art − auf und über die Bühne zu bringen. 

Neben einer Rückkehr zur Normalität, um die Leistungen ihrer SchülerInnen auch vor Live-Publikum würdigen zu können, wünscht sich Paula Salas zudem mehr männliche Teilnehmer. Henri Thiesbrummel und Sam Dickhut ermutigen besonders die Jungen der Folgejahrgänge, die EDG zu wählen: In der Drama Group sei für jeden etwas Passendes dabei und das Stück bestehe nicht nur aus Tanzen. Eileen Hübbe und Olivia Schemmann sind sich zudem einig, dass besonders das gemeinschaftliche Erlebnis sowie die individuelle Mitarbeit, die ihnen in anderen Fächern manchmal fehle, die Drama Group auszeichnen. Carina Lauster freut sich zudem darüber, dass fächerübergreifend und sehr abwechslungsreich gearbeitet werde. Der engagierte und motivierte Einsatz aller ermöglicht somit auch über die Distanz den großen Auftritt. 

Vielen Dank an Frau Salas und die English Drama Group für den Einblick in die ungewöhnliche Arbeitsform eines Literaturkurses in einer ungewöhnlichen Zeit.